Remscheider Netzwerktreffen SoR – SmC
Remscheider Schulen „ohne Rassismus – mit Courage“ – erstes Netzwerktreffen
Am 26. Juni 2026 fand zum ersten Mal ein Netzwerktreffen der Remscheider Schulen, die – wie wir – danach streben, eine „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ zu sein. Der Titel ist als Ziel und Aufgabe zu sehen und das Netzwerktreffen war vor allem dafür gedacht, in den Austausch über Projekte zu kommen, die Schulgemeinschaften diesem Ziel näher kommen lassen, wie z.B. unser Demokratietag für die EF am 18. Juni.
Aus unserer Schülerschaft waren Alva, Elena, Isabell, Malik, Noah und Samia aus der EF sowie Laurina aus der Q1, zusammen mit Frau Schminke-Lowe und Frau Seemann, stellvertretend für das Leibniz-Gymnasium dabei. Der Tag begann damit, allen die Themen, nämlich die Prävention von sämtlichen Formen gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit, aber besonders auch die Selbstverpflichtung der Netzwerkschulen, klarzumachen. Dazu ermunterte Christoph Sykulski vom Kommunalen Integrationszentrum alle Anwesenden, sich zu Statements, die Menschengruppen anfeinden können, im Raum zu positionieren. Anschließend gab Sina Feldkamp von der Mobilen Beratung gegen Rechtsextremismus einen Impulsvortrag über die steigende Verbreitung von rechten Ideologien (und mögliche Gründe wie Krisen und Einsamkeit) vor allem auch bei jüngeren Menschen und erinnerte uns, dass das Schulgesetz uns dazu verpflichtet, jeder Form der Diskriminierung entgegenzuwirken.
Im Anschluss teilten sich die Schüler:innen in Workshops, die sie selbst auswählen konnten. Alle Lehrkräfte hatten eine spannende Fortbildung mit Joshua Ikpegbu von kiTma e.V. (das bedeutet „geh und lerne“ auf Tigrinya). Wir lernten dort anhand von Praxisbeispielen und anonymisierten Aussagen rassismuskritische Sensibilisierung und Empowerment-Möglichkeiten. Am meisten blieb für uns der Vergleich hängen, dass Rassismus wie ein Virus ist, das viele – auch in der Schule – meist „unbemerkt“ ansteckt.
Malik nahm mit Isabell, Laurina, Noah und Samia am Workshop „Fair Decisions“ teil und berichtet davon: „Unser Workshop bestand darin, das ‚Quararo‘ Spiel zu spielen, ein innovatives Demokratie-Lernspiel, das von muslimischen Jugendlichen in Heilbronn entwickelt wurde. Der Name leitet sich vom arabischen Wort für Entscheidung ab. Es geht dabei darum, verschieden Dilemmas mit dem Thema Ausgrenzung zu lösen. Das schwierige bei dem Spiel ist, dass sich alle auf eine Lösung einigen müssen durch einen Konsens.“ Alva und Elena nahmen an einem Theater-Workshop teil, der sich ebenfalls mit Ausgrenzungserfahrungen beschäftigte.
Da es an dem Tag so heiß war, wurde der zentrale Programmpunkt, der Austausch mit den anderen Netzwerkschulen, auf ein anderes Datum verschoben. Wir freuen uns darauf und empfanden die bereits gewonnenen Impulse und Gespräche mit anderen Lehrkräften, Referent:innen und Jugendlichen bereits enorm wertvoll. Wir bedanken uns bei den Initiator:innen des Treffens und die wertschätzende Atmosphäre.
Eine Schule ohne Rassismus gibt es in der Regel nicht, aber auch wir verpflichten uns, das Beste zu geben, dass sich an unserer Schule alle wohl fühlen und respektiert werden. Wir wollen Schule mit Courage sein, weil es nicht nur um die Vermeidung von Diskriminierung von rassifizierten Menschen geht, sondern jeder Ausgrenzung, z.B. auf Grund von Körpereigenschaften, Geschlechteridentität, Religion und sozialer Herkunft. Hier sind alle willkommen.
Ein Beitrag von Alegra Schminke








